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Wie bei allen pflanzlichen Ölen gibt es bei Kokosnussöl große Qualitätsunterschiede. Da hier im Internet viel Unwissenheit verbreitet wird, haben wir uns zum Ziel gesetzt verständlich und fair aufzuklären.

Kokosnussöl wird ganz anders als Olivenöl hergestellt und deswegen sind auch andere Kriterien ausschlaggebend für ein hochwertiges Produkt. Begriffe wie Extra oder Extra Virgin oder ANH (Absolutely no heat) sind weder geschützt noch wissenschaftlich tragbar. Entscheidend für die Qualität von Kokosnussöl sind vor allem drei Kriterien: die Qualität der Kokosnüsse, die Herstellungstechnik, und die Feuchtigkeit, die im Kokosnussöl enthalten ist.

1.     Die Qualität der Kokosnüsse:

Natürlich ist die Qualität der Kokosnüsse Voraussetzung für ein hochwertiges Endprodukt. Wie bei allen Naturprodukten gibt es große Unterschiede, die unter anderem von der Lage, dem Klima, und der Sorte abhängen. Wichtig ist auch, dass die Kokosnüsse biologisch zertifiziert sind, da nur die Zertifikate sicherstellen dass keine Pestizide oder Düngemittel verwendet werden. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern verhindert auch, dass die Plantagenarbeiter mit Giften kontaminiert werden. Die Kokosnüsse des KULAU Kokosnussöls werden von organischen, frisch geernteten Kokosnüssen direkt innerhalb von drei Stunden nach der Ernte weiterverarbeitet. Jede Kokosnuss wird genau inspiziert und nur dann verarbeitet, wenn sie die hohen Qualitätsanforderungen besteht - ‘any doubt is out’.

2.     Die Herstellungstechnik, mit der Kokosnussöl produziert wird:

Zunächst einmal teilen Experten das Kokosnussöl in raffiniertes Kokosnussöl und in natives Kokosnussöl. Beide Arten Kokosnussöl unterscheiden sich wiederum durch verschiedene Techniken. Es ist wirklich wichtig, dass differenziert wird, da die Bezeichnungen teilweise irreführend sind.

2.1. Raffiniertes  Kokosnussöl, das auch RBD für Refined-Bleached-Deodorized genannt wird.
Raffiniertes Kokosnussöl wird aus Kopra, dem getrockneten Kokosnussfleisch hergestellt wird. Das frische Kokosnussfleisch wird geschreddert und dann entweder in Industrieöfen oder auch unter freiem Himmel in der Sonne getrocknet. Anschließend wird das Kokosnussöl aus der getrockneten Kopra gepresst. Nach der Pressung wird das Öl chemisch raffiniert, gebleicht und deodoriert, um Aromen, Farben und Gerüche zu entfernen. Industrielles Kokosnussöl verliert durch Erhitzung und chemische Behandlung das natürliche Vitamin E. Die mittelkettigen Fettsäuren bleiben jedoch weitgehend erhalten. Einige RBD-Öle werden auch mit Wasserstoff gehärtet, wodurch gefährliche Transfettsäuren entstehen können. Wasserstoffbehandelte Öle stehen im Verdacht, den Blut-Cholesterinspiegel, Ursache für Herzkrankheiten, zu erhöhen.

2.2.    Natives Kokosnussöl (auch VCO für Virgin Coconut Oil genannt).
Nativ bedeutet nicht automatisch, dass das Kokosnussöl kalt gepresst ist. Grundsätzlich heißt nativ nur, dass das Kokosöl  entweder durch Pressen ohne Wärmezufuhr oder aber durch andere schonende mechanische Verfahren gewonnen wird. Native Öle dürfen übrigens weder entsäuert noch gebleicht oder deodoriert sein. Für die Herstellung von hochwertigerem kaltgepresstem nativem Kokosnussöl (VCO) gibt es große Qualitätsunterschiede. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Trockenmethode (DRY method) und der Nassmethode (WET method).

Bei der Trockenmethode werden die frischen Kokosnüsse getrocknet, so dass das Kokosnussöl mit mechanischen Hilfsmitteln aus dem Fleisch herausgepresst werden kann. Normalerweise werden die Kokosnüsse in der Sonne getrocknet, aber es gibt auch Kokosnussölhersteller, die Kokosnüsse mit Dampf in großen Industrieöfen trocknen. Häufig ist das Native Kokosnussöl, das man im Handel kaufen kann, nach dieser Methode hergestellt und wird dann auch kaltgepresst genannt, da es tatsächlich kaltgepresst wurde, aber vorher unter großer Hitzeeinwirkung getrocknet wurde. Die Bezeichnung ‘kaltgepresst’ ist gesetzlich nicht geschützt und deswegen irreführend. Der Vorteil der Trockenmethode ist, dass das Kokosnussöl weniger Feuchtigkeit enthält und dadurch besser haltbar ist.

Bei der Nassmethode wird natives Kokosnussöl direkt von der frischen Kokosnussmilch hergestellt. Die Kokosnussmilch wird aus dem frischen Kokosnussfleisch gepresst und das Öl wird anschließend aus der Kokosnussmilch herausgelöst. Es gibt auch hier wiederum große Qualitätsunterschiede, die sich vor allem durch die verschiedenen Techniken, nach denen das Kokosnussöl aus der Milch herausgelöst wird, bemerkbar machen. Experten unterscheiden zwischen vier Techniken: der Kochtechnik, der Fermentationstechnik, dem Enzymatischen Verfahren, und schließlich der Zentrifugentechnik.

Bei der Kochtechnik wird die Kokosnussmilchemulsion durch Einwirkung von Hitze gebrochen. Bei dieser Technik köchelt die Kokosnussmilch oft stundenlang bis die Feuchtigkeit einfach verdunstet ist und das Kokosnussöl übrig bleibt. Die Fermentationstechnik ist die traditionelle Weise, nach der natives kalt- und nassgepresstes Kokosnussöl auch heute noch fast immer, und vor allem in den kleinen Ölmühlen, hergestellt wird. Nach der Fermentationstechnik erlaubt man der Kokosnussmilch zu fermentieren, um die Emulsion aufzubrechen und das Kokosnussöl zu trennen. Kokosnussölanbieter, die in ihrer Marketingsprache von einer ANH Methode (Absolutely no heat) sprechen, meinen in der Regel diese Fermentationstechnik.

Beim Enzymatischen Verfahren werden bestimmte Enzyme eingesetzt, damit die Fermentation schneller voranschreitet und außerdem die Ölausbeute verbessert wird.

Bei der  Zentrifugentechnik trifft Tradition auf Technologie. Bei dieser modernen Methode kommt Technik zum Einsatz: Eine mechanische Zentrifuge wird verwendet, mit deren schellen Umdrehungen innerhalb von wenigen Minuten das Kokosnussöl von der Kokosnussmilch getrennt wird. Dabei wird das Kokosnussöl nur wenige Minuten und ohne Hitzeeinwirkung zentrifugiert. Die wichtigen Inhaltsstoffe des Kokosnussöls bleiben so am besten erhalten und das Kokosnussöl duftet dezent nach frischer Kokosnuss.  Durch die Zentrifugentechnik erhält Kokosnussöl außerdem eine ganz feine Konsistenz.
(Herstellung des KULAU Kokosnussöls mit der Zentrifugentechnik)

3.    Die Feuchtigkeit des Kokosnussöls

Egal wie das Kokosnussöl hergestellt wird, die verbleibende Restfeuchtigkeit sollte möglichst niedrig (unter 0,2 %) sein,  damit das Öl nicht ranzig werden kann und es möglichst lange haltbar ist.
Die meisten nativen Kokosnussöle werden durch die Einwirkung von Hitze (heiße Luft) getrocknet, oder aber durch Vakuum Verdunstung. Bei dieser Variante wird die Temperatur niedriger gehalten, schon bei Raumtemperaturen kann das Wasser entfernt werden.

Zusammengefasst zeichnet sich unserer Meinung nach hochwertiges Kokosnussöl durch folgende Eigenschaften aus: Es sollte aus biologischen Kokosnüssen sein und von hochwertigen Plantagenlagen; es sollte nativ sein und nach der Nassmethode mit Hilfe der Zentrifugentechnik hergestellt werden. Außerdem sollte die Restfeuchtigkeit durch die Vakuum-Verdunstung bei Raumtemperatur reduziert werden. Bei dieser Herstellungsweise kann die Hitzeeinwirkung auf ein Minimum (Raumtemperatur) reduziert werden. Hersteller, die von einer ANH (absolutely no heat) Methode sprechen, verwenden übrigens ebenfalls die Nassmethode. Der Begriff ANH ist wissenschaftlich nicht haltbar und eine reine Erfindung einiger cleverer Marketingstrategen, die teilweise andere Kokosnussölanbieter degradieren möchten, welche nach der gleichen oder besseren Methoden herstellen.

Das KULAU Team arbeitet an konkreten Studien, die die verschiedenen Methoden und Herstellungsarten noch genauer unter die Lupe nehmen.

Kokosnüsse können in vielfältiger Weise einen Beitrag zum Umwelt- und sogar zum Klimaschutz leisten. Es mögen teilweise nur kleine Beträge sein, da Kokosnussprodukte aber im Überfluss in vielen übervölkerten, armen und von Umweltverschmutzung bedrohten Ländern wachsen, kann dieser kleine Beitrag in der Summe einen großen Effekt haben.  Ich möchte an dieser Stelle gerne die verschiedenen Möglichkeiten zusammentragen:

1. Kokosnussfasern als Torfersatz:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) empfiehlt Kokosfasern statt Torf im Gartenbau um die für den Klimaschutz wichtigen Naturmoore zu erhalten. Naturmoore gehören zu den wichtigsten globalen Kohlenstoffspeichern und sind damit eine Klimaschutzzone die man nicht zerstören sollte.  Mit etwa 550 Milliarden Tonnen CO2 speichern sie etwa die gleiche Menge CO2 wie die gesamte  Vegetation der Erde. Aus deutschen Hochmooren werden laut Angaben des BUNDs pro Jahr aber immer noch rund 10 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut. Von den ehemals 9000 Quadratkilometern Naturmoor sind deswegen heute nur noch 600 und damit weniger als 7 Prozent naturnah erhalten.

Mit Kokosnussfasern, die in kleine Blöcke gepresst werden, kann man Torf sehr gut substituieren.  Kokosfasern sind sehr leicht und einfach zu verarbeiten. Der Block wird in einen Haushaltseimer mit einigen Litern Wasser gegeben. Nach einer halben Stunde sind die Kokosfasern auf das Sieben- bis Achtfache ihres Volumens aufgequollen. Die torfähnliche Konsistenz wird anschließend zu einem lockeren Substrat zerbröseln und ist einsatzbereit. Kokosfasern sind mittlerweile in den meisten Baumärkten oder im Pflanzenfachhandel erhältlich.

2. Kokosnussfasern im Automobil als Kunststoffersatz

Forscher der texanischen Baylor University http://www.baylor.edu haben eine weitere interessante Nutzungsmöglichkeit für Kokosnussfasern entdeckt. Die Faser können zu Verkleidungen in Autotüren oder als Kofferraumwannen sowie Bodenabdeckungen verarbeitet werden. Damit könnten  bisher synthetische Polyesterteile durch nachwachsende und leicht recycelbare Rohstoffe ersetzt werden. Ein weiterer Vorteil für die Umwelt ist die Tatsche, dass Kokosnussfasern während ihrer Lebenszeit und auch bei der späteren Entsorgung keine giftigen Dämpfe an die Umwelt abgeben. Die Kokosfasern sind anscheinend aber nicht nur umweltfreundlicher sondern auch besser und um einiges günstiger als andere vergleichbare Kunststofffasern. Für die geschätzten 11 Millionen Kokosnussbauern, die es auf der Welt gibt und die durchschnittlich 500 $ pro Jahr verdienen sollte das eine erfreuliche Nachricht sein. Hoffen wir, dass eine kosten- und umweltbewusste Automobilobby einer vermutlich ebenso mächtigen Kunststofflobby Paroli bieten kann und wir demnächst mehr Kokosnussfasern in Autos finden.

3. Kokosnussöl als Dieselersatz

Besonders in abgelegenen tropischen Gebieten kann es ökologisch sinnvoll sein aus Kokosnussöl Treibstoff herzustellen auch wenn es technisch sicherlich bessere Naturprodukte für die Bioethanolherstellung gibt. Auch wenn es Kokosnüsse in großen Mengen gibt, dann erscheint es eine umweltfreundliche Alternative zu Erdölimporten. Dies ist zum Beispiel der Fall auf den abgelegenen Salomoninseln wo Biodiesel aus Kokosöl in Form von Kokosnuss-Methylester bereits mit Erfolg produziert wird. In Ländern, in denen Kokosnussöl als das meist verwendete Öl zum Kochen ist, wie zum Beispiel in Indien oder auf den Philippinen, sehe ich ein großes Klimaschutzpotential, wenn man das alte verwendete Öl in Autos oder in Industriemotoren einsetzten würde.

4. Kokosnussfasern als Bio-Wasserfilter

Kokosnussfasern galten bisher immer nur als Abfallprodukt der Kokosnussindustrie.  Doch das ändert sich gerade. Die Fasern können nicht nur More retten und Autos mit ökologischen Materialien bereichern, sondern sie ermöglichen anscheinend auch eine kostengünstige Methode um Schmutzwasser zu reinigen. Der Indische Wissenschaftler A. Praveen vom Rajiv Gandhi Institute of Technology in Kottayam hat die günstige und effektive Kokosnuss Bio-Filtrationstechnik erforscht und ist der Überzeugung damit eine Methode gefunden haben die besonders in armen Gegenden die Abwasserreinigung revolutionieren könnte.  Polymerfilter die eine Alternative wären,  sind im Vergleich teuer und werden vor allem nicht aus nachwachsenden Rohstoffen produziert.

5. Kokosnussschalenpulver für abbaubare Plastikprodukte

Kokosnussschalenpulver kann Plastikprodukte umweltfreundlicher machen indem verschiedene synthetische Produkte in der Plastikproduktion durch Kokosnussschalenpulver ersetzt werden. Plastikprodukte, die mit Kokosnuss hergestellt werden sind schneller und leichter biologisch abbaubar. Die japanische Erfindung ist noch relativ neu, aber man kann aus Kokosnussplastik Produkte wie Schalen und Tüten, aber auch T-Shirts herstellen.

6.  Kokosnussfasern als umwelt- und klimafreundliches Baumaterial

Kokosfasern werden immer häufiger als umweltfreundliches Baumaterial eingesetzt. Die Fasern haben gute Wärme- und Schalldämmeigenschaften, weshalb sie auch im Fußbodenbereich verarbeitet werden.

Es kinderleicht eine Kokosnuss zu öffnen, wenn man die Tricks der Affen verwendet, die diese sich von Generation zu Generation beibringen.

Nehmen Sie die Kokosnuss in eine Hand und schlagen Sie die Kokosnuss leicht auf eine scharfe Steinkante oder einen spitzen Stein entlang der Seite, wo die Nuss geöffnet werden soll.  Nach jedem Schlag drehen Sie die Kokosnuss einen Zentimeter weiter bis die Kokosnuss nach ein paar Umrundungen aufgeht. Alternativ können Sie natürlich auch einen Hammer nehmen, aber dann ist es nicht mehr die über Jahrhunderte erprobte “Affentechnik”. Bei beiden Techniken reichen leichte Schläge.

Das Kokosnusswasser geht bei beiden Methoden übrigens meistens verloren, aber das Wasser der reifen Nuss schmeckt sowieso meistens etwas seifig und ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem frischen mandelartigen Geschmack der jungen Kokosnuss oder der Trinkkokosnuss.

Häufig werden wir gefragt was eigentlich der Unterschied zwischen Kokosnusswasser und Kokosnussmilch ist.

Kokosnusswasser ist die natürliche Flüssigkeit die sich im Inneren der Kokosnuss befindet. Bei der jungen Kokosnuss die früher vom Baum geerntet wird als die Kokosnuss, die wir aus dem Supermarkt kennen, finden wir bis zu einem halben Liter dieses Kokosnusswassers. In Asiatischen Ländern gibt es sogar spezielle Trinkkokosnüsse, die gar nicht richtig Kokosnussfleisch bilden. Auch das KULAU Kokosnusswasser stammt aus Thailändischen Trinkkokosnüssen. Die Thailändischen Trinkkokosnüsse sind weltberühmt, aber auch in Sri Lanka gibt es spezielle Trinkkokosnüsse, die King Coconuts genannt werden. (KULAU möchte übrigens auch in diesem Sommer 2009 wieder einen Container mit frischen Kokosnüssen nach Deutschland bringen und das einmalige Erlebnis frischer junger Kokosnüsse einem größerem Publikum bekannt machen. Wahrscheinlich werden die Nüsse diesmal aus Sri Lanka kommen, da wir dort frische King Coconuts in bioqualität gefunden haben).

Und was ist Kokosnussmilch?

Kokosnussmilch dagegen wird aus gepresstem Kokosnussfleisch gewonnen. Sie riecht und schmeckt angenehm nach Kokosnuss.  Hochwertige Kokosnussmilch stammt aus der ersten Pressung und besteht nur aus Kokosnuss. Die gewöhnliche Kokosnussmilch, die wir im Supermarkt oder im Asialaden finden ist oft mit Zusatzstoffen angereichert, die eigentlich nicht in eine gute Kokosnussmilch gehören. Aber es gibt auch in unseren Breitengraden Kokosnussmilch, die ihren Namen verdient. Kokosnussmilch  hat im Vergleich zu Kokosnusswasser relativ viele Kalorien, da sie relativ fetthaltig ist. Es sind die gleichen Laurinfettsäuren, die auch im Kokosnussöl enthalten sind und die laut verschiedener Studien als besonders gesund gelten.

…wieder hat das KULAU Team einen interessanten Artikel für sie gefunden. Geschrieben wurde er von  Wolfgang Weitlaner und erschienen ist er unter folgendem Link:

http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=090108004

Das KULAU-Team wünscht viel Spaß beim Lesen!

…so lautet ein interessante Artikel, der im ReformhausKurier® 11/2007 erschienen ist.

Sie finden den Artikel als pdf-Datei unter folgendem Link:

http://www.kulau.de/online/templatemedia/all_lang/resources/ReformhausKurier%24C2%24AE+11_2007.pdf

Das KULAU-Team wünscht viel Spaß beim lesen!

Eine Anmerkung: Die im Kasten erwähnte Produkt Bio Fontana di Coco gibt es inzwischen allerdings nicht mehr im Reformhaus®.

Original Titel: „Coconut Water: Dew from the Heavens“ von Dr. Bruce Fife; Übersetzt durch KULAU:

Kokoswasser  -  eine himmlische Erfrischung

Wer die pazifischen Inseln besucht, hat das Vergnügen, Kokoswasser (auch Kokossaft genannt) als eines der für die Inseln typischen Lebensmittel zu genießen. Kokoswasser ist die Flüssigkeit in der Kokosnuss. Es ist das populärste Getränk in den Tropen. Hier wird es nicht nur zur Erfrischung, sondern auch zur Gesundheit getrunken. Frauen achten besonders darauf, Kokoswasser während der Schwangerschaft und der Stillphase zu trinken, damit die Muttermilch wichtige, nötige Nährstoffe für ein gesundes Baby bekommt.  Auf den pazifischen Inseln ist Kokoswasser  und Kokosgelee (zartes Kokosfleisch) die erste Nahrung, die ein Kind nach dem Abstillen erhält.

Hawaianer nennen Kokoswasser „noelani“ (no-way lah-nee), was „Frische des Himmels“ heißt. Kokoswasser hat wegen seiner hohen Bedeutung für Ernährung und Medizin eine lange Geschichte. Obwohl eine Vielfalt von Früchten an vielen tropischen Orten in Fülle wachsen, wird Kokoswasser  bevorzugt, wenn es darum geht, den Durst zu löschen oder ein Mittel gegen die Folgen tropischer Hitze einzunehmen. Es stillt nicht nur den Durst, sondern kräftigt den Körper, gibt Wohlgefühl und revitalisiert die Gesundheit.

Kokoswasser enthält sehr viele Nährstoffe, darunter Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien, Aminosäuren, Enzyme, Wachstumsfaktoren und andere sekundäre Pflanzenstoffe. Wenn Kokospalmen in Meeresnähe wachsen, nehmen  ihre Wurzeln ein kontinuierliches Angebot mineralstoffreichen Salzwassers auf. Die Mineralstoffe werden von der Kokospalme absorbiert und in den Früchten gespeichert. Daher enthält Kokoswasser gute Mineralstoffe wie  Magnesium, Calcium und Kalium. Es ist besonders reich an Kalium, einem essentiellen Nährstoff (eine normale Tasse mit 250 ml Kokoswasser enthält mehr Kalium als eine Banane). Es enthält auch zahlreiche Spurenelemente von Zink, Selen, Jod, Schwefel, Mangan, Bor, Molybdän und andere. Sie alle kommen aus vulkanischem Boden und aus Meerwasser. Alle Mineralstoffe liegen in Form von Elektrolyten vor und sind so für den menschlichen Körper leicht resorbierbar. Die meisten gesundheitsfördernden Eigenschaften im  Kokoswasser basieren auf seinem Mineralstoffgehalt.

Der Fettgehalt von Kokoswasser ist so gering, dass es eigentlich fettfrei ist. Auch hat Kokoswasser im Vergleich zu anderen Säften einen geringen Zuckergehalt. Es enthält nur ein Fünftel der Zuckermenge von frischem Trauben- oder Apfelsaft. Obwohl in Kokoswasser so wenig Zucker ist, hat es einen leicht  süßen, sehr angenehmen Geschmack Daher ist es wirklich eine Alternative zu Fruchtsäften und Sodas.

Schon immer war man auf den pazifischen Inseln der Meinung, dass Kokoswasser von Krankheiten heilt und gesund erhält. Kokoswasser sollte auch zur Prävention und zur Linderung vieler gesundheitlicher Probleme geeignet sein: Dehydration, Konstipation, Verdauungsstörungen, Fehlernährung, Müdigkeit, Überhitzung  (Hyperthermie), Furunkel, Diarrhöe, Nierensteine, Osteoporose, Infektionen  des Harntraktes und Unfruchtbarkeit. Wann immer jemand krank ist, gehört Kokoswasser gewöhnlich zur Behandlung des Patienten. Interessanterweise bestätigt nun auch die moderne medizinische Wissenschaft die Effektivität von Kokoswasser bei vielen gesundheitlichen Problemen.

Bis jetzt beschäftigt sich die Forschung überwiegend mit der Bedeutung des Kokoswassers bei Behandlung von Dehydration und Hyperthermie. In den Tropen, wo Dehydration und Hyperthermie alltägliche Probleme sind, ist schon lange bekannt, dass Kokoswasser weitaus effektiver als jedes andere Pflanzenwasser oder Fruchtsaft zur Befreiung von Symptomen der genannten Krankheiten geeignet ist. Wegen des Nährstoffgehaltes im Kokoswasser, werden Flüssigkeit und Nährstoffe schneller und effizienter vom Blut absorbiert als das bei anderen Getränken und Flüssigkeiten der Fall ist. Bei Dehydration oder Hyperthermie wirkt Kokoswasser so gut, dass es auch „Nature´s Gatorade“ genannt wird (Gatorade ist ein bekanntes, amerikanisches Sportgetränk). Jedoch ist Kokoswasser dem Gatorade noch überlegen. Denn es enthält mehr essentielle Elektrolyte, weniger Zucker und keine chemischen Zusatzstoffe, die in kommerziellen Sportgetränken gefunden wurden. Allgemein wird angestrebt, Kokoswasser als natürlichen Sportdrink zu vermarkten.

Der Effekt von Kokoswasser, den Körper zu hydrieren, wurde in den letzten zwanzig Jahren nachgewiesen, wobei es extensiv zur Behandlung von Cholera, Dysenterie (Ruhr), Influenza  und anderen Infektionskrankheiten, die eine Dehydration fördern, eingesetzt wurde. Kokoswasser hat tausende Leben gerettet, zumal Kinderleben in unterentwickelten Ländern. Normales Wasser ist nicht wirksam bei der Behandlung von Dehydration nach Erbrechen und Diarrhöe. Doch Kokoswasser ist auf Grund seiner einzigartigen chemischen Zusammensetzung in der Lage, den Körper zu rehydrieren und ihm die nötige Stärke und Energie zu geben, die der Körper  für den Kampf gegen die Infektion braucht. Die Sterberate bei Cholera ist hoch, doch durch die Einnahme von Kokoswasser steigt die Überlebensrate auf bis zu 97 %.

Viele andere Forschungsgebiete enthüllen interessante gesundheitliche Aspekte, die mit Kokoswasser assoziiert werden. Kokoswasser war lange für seine therapeutischen Wirkungen auf das Harn- und Fortpflanzungssystem bekannt. Es wird berichtet, dass es Blaseninfektionen beseitigt, Nierensteine zurückbildet und die sexuelle Vitalität fördert. Medizinische Studien haben belegt, dass der Konsum von Kokoswasser sehr effektiv bei der Auflösung von Nierensteinen ist. Dr. Eugenio Macalalag, Direktor der Abteilung für Urologie im chinesischen General Hospital auf den Philippinen, meint, dass eine positive Wirkung von Kokoswasser bei Patienten, die unter Nieren- und Harnröhrensteinen leiden, nachgewiesen sei. Er berichtet, dass zwei- bis dreimaliges Trinken von Kokoswasser pro Woche bereits signifikante Ergebnisse zur Reduktion der Größe der Steine zeigt, so dass eine Operation nicht mehr notwendig sei.1

In Jamaika ist Kokoswasser als Gesundheitswasser bekannt. Es wird zur Stärkung des Herzens und zur Verbesserung des Kreislaufes verwendet. Die Forschung hat das bestätigt. Tierversuche zeigen, dass das Trinken von  Kokoswasser das Verhältnis von „gutem“ zu „schlechtem“ Cholesterin  verbessert und Plaqueansätze in den Arterien reduziert. Damit wird das Risiko eines Herzanfalls und eines Schlaganfalls gesenkt.

Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren, der zu Herzerkrankung oder Schlaganfall führt. Die Mineralstoffe Kalium und Magnesium sind wegen ihrer unterstützenden Wirkung beim Senken des Bluthochdrucks bekannt. Humanstudien haben ergeben, dass Kokoswasser, als gute Quelle für diese Mineralstoffe, eine den Bluthochdruck senkende und den Kreislauf  anregende Wirkung hat.2 Studien haben ebenfalls gezeigt, dass Kokoswasser bei Patienten mit Herzerkrankungen das Risiko eines Herzversagens mindert.3 Es scheint also, dass die Jamaikaner richtig lagen: Kokoswasser ist gut fürs Herz. Die Belege sind so überzeugend, dass die FDA (Food and Drug Administration = Arzneimittelzulassungsbehörde der USA) den möglichen Hinweis auf Kokoswasser–Verpackungen genehmigt hat: „Kann das Risiko von Bluthochdruck und Schlaganfall senken“.

Weil Kokoswasser den Blutkreislauf anregt, hilft es ebenfalls den Diabetikern. Charakteristika von Diabetes sind schwacher Blutkreislauf und eine Tendenz zur Arteriosklerose. Viele der mit Diabetes verbundenen Leiden (Taubheit in den Füßen, Verlust der Sehkraft und Nierenversagen) sind Folgen eines schwachen Blutkreislaufes. Kokoswasser trägt dazu bei, die Blutgefäße zu weiten; es fördert die Durchblutung und reduziert Plaqueablagerungen, so dass Krankheitssymptome gelindert werden. Auch enthält Kokoswasser einige Formen von Ballaststoffen und Aminosäuren, welche die Zuckerabsorption verringern und die Insulinsensitivität steigern.

Einige der interessantesten Stoffe im Kokoswasser sind die pflanzlichen Wachstumshormone, genauer: Cytokinine. Darunter versteht man eine Gruppe von Hormonen, die Wachstum, Entwicklung und Altern regulieren. In mancher Hinsicht kann man Parallelen zu menschlichen Hormonen unter dem ähnlichen  Namen „Cytokine“ ziehen. „Cytokinine“ sind ebenso als Anti-Aging-Hormone bekannt. „Cytokinine“ regulieren die Zellteilung und beeinflussen das Alter von Pflanzen. Die Anwesenheit von Cytokininen beschleunigt oder verzögert den Alterungsprozess der Pflanze. Eine der aktiven Stellen für die Produktion von  Cytokininen sind die Pflanzenwurzeln. Von hier aus wird das Hormon durch den Pflanzensaft über die ganze Pflanze verteilt, vergleichbar der Verteilung der Hormone im menschlichen Körper durch unser Blutsystem. Diejenigen Pflanzenteile, die keine Cytokinine mehr haben, altern schneller als normal, wie andererseits eine normale Alterung verzögert wird, wenn einer Pflanze zusätzlich Cytokinine zugeführt werden.

Cytokinine haben einen Anti-Aging-Effekt auch auf menschliche Zellen und Gewebe. Normalerweise beschreiben menschliche Zellen während des Wachstums einen progressiven und irreversiblen Prozess der Veränderung, bis sie das Stadium erreichen, in dem sie absterben. Junge Zellen sind drall, rund und geschmeidig. Mit zunehmendem Alter werden sie ungleichmäßig geformt, quellen auf, dehnen sich aus und es entstehen Ablagerungen; die Zellteilung verlangsamt sich und stoppt, was das Absterben der Zelle zur Folge hat.

Wenn Cytokinine kultiviert und menschlichen Zellen zugefügt werden, verhalten sich die Zellen nicht ihrem Alter entsprechend. Der normale Ablauf der Alterung verlangsamt sich erheblich. Die Zellen erfahren nicht die degenerativen Veränderungen eines normalen Verlaufs.4 Obwohl die absolute Lebensdauer menschlicher Zellen nicht sehr erhöht wird, bleiben sie doch signifikant jünger und während ihrer Lebenszeit funktionsfähig. Beispielsweise entsprechen Funktion und Aussehen behandelter Zellen in der letzten Phase ihres Lebenszyklus, wenn sie sich nicht mehr teilen, der Funktion und dem Aussehen von unbehandelten Zellen, die freilich halb so alt sind. Behandelte Zellen durchleben nie die verschiedenen degenerativen Veränderungen, die nichtbehandelte Zellen durchleben. In jeder Hinsicht  bleibt ihr früherer Zustand bis ins hohe Alter erhalten.

Wegen ihrer Wirkung auf menschliche Zellen wurden Cytokinine auf eine mögliche Behandlungsmöglichkeit von Altersflecken, Falten, schlaffer und trockener Haut untersucht. Einer der Faktoren für Falten und schlaffe Haut ist das Altern und der Abbau von Bindegewebe in der Haut. Bindegewebe gibt der Haut ihre Stärke und Elastizität. Wenn Cytokinine auf der Haut angewendet werden, stimulieren sie die Zellteilung des Bindegewebes, so dass älteres, beschädigtes Gewebe durch jüngeres, funktionelleres Gewebe ersetzt wird. Das Ergebnis ist, dass auf der Hautoberfläche Falten dahin tendieren, ganz zu verschwinden. Trockene, alternde Haut wird durch geschmeidige, sanfte Haut erneuert. Dies veranlasste einige Kosmetikunternehmen, Cytokinine den Gesichtscremes und Lotions beizufügen.

Kokoswasser ist die cytokininreichste Nahrung, die in der Natur vorkommt. Forschungen suggerieren die Möglichkeit, dass der Verzehr cytokininreicher Nahrungsmittel (wie Kokoswasser) einen Anti-Aging-Effekt auf den Körper sowie eine Reduktion der degenerativen Entwicklung und altersbedingter Krankheiten hat.

Durch Regulation des Zellwachstums verhindern Cytokinine Fehler, die zur Krebsbildung führen können. Normale Zellen bleiben gesund, während die Ausbreitung und das Wachstum von Krebszellen, die zum Absterben programmiert sind, unterbunden werden. Viele der ersten Studien über  Cytokinine wurden von der „American Cancer Society“ durchgeführt. Bald nach der Entdeckung von Cytokininen in den fünfziger Jahren erkannten Forscher ihr Potential zur Krebsbekämpfung. Danach wurde die krebspräventive Wirkung von Cytokininen sehr gut dokumentiert.5-6

Viele gesundheitsfördernde Wirkungen werden mit Kokoswasser in Verbindung gebracht. Dieser Artikel hat sich nur mit grundsätzlichen Erkenntnissen befasst. Für eine ausführliche Darlegung mit Kurzberichten über medizinische Untersuchungen, Fall-Studien, mit aktuellen und früheren Berichten und Referenzen, Neuigkeiten und Rückblicken in die Geschichte empfehle ich mein kürzlich erschienenes Kokosnussbuch: „Coconut Water for Health and Healing“.

Wo kann man inzwischen Kokoswasser bekommen? Während frische Kokosnüsse normalerweise in den Tropen zu sehen sind, findet man sie außerhalb der Tropen nicht so leicht. Im Lebensmittelgeschäft liegen die braunhaarigen Kokosnüsse in den Obst- und Gemüseabteilungen. Jedoch  empfehle ich nicht, dort nach Kokoswasser zu suchen. Die Kokosnüsse dort sind überreif und ihr Wasser kann sauer sein. In den Tropen wird dieses Wasser von den Einheimischen nicht getrunken; sie trinken „junges“ Kokoswasser.  Das „junge“ Kokoswasser kommt von grünen, noch nicht ausgereiften Kokosnüssen. Das ist das Wasser, das die Urlauber am Strand trinken. Es ist das Wasser, das in den Tropen so beliebt ist und das den geschilderten gesundheitlichen Nutzen hat.

Junge Kokosnüsse sind in vielen Reformhäusern und Asia-Märkten erhältlich. Doch diese sehen nicht aus wie die bekannten braunen, haarigen Nüsse. Wenn eine reife Kokosnuss vom Baum geerntet wird, ist sie von einer dicken, faserigen Hülle umgeben. Die Hülle wird normaler Weise entfernt, bevor die Nüsse, auf Schiffen verfrachtet, zu unseren  Märkten  kommen. Daher sieht man diese Hülle auch nicht, sondern nur die harte braune Schale. Bei jungen Kokosnüssen wird dagegen nur ein Teil der Hülle abgetrennt; ca. 2,5 cm überdecken die Schale. Die Hülle ist weiß und hat oft die Form eines großen Spielzeug-Kreisels, mit einer Spitze am einen Ende und abgeflacht am anderen Ende. „Junge Kokonüsse“ sind an sich nicht lange haltbar, weshalb man sie nur in der Kühlabteilung eines Geschäftes finden kann.

Mit zunehmender Beliebtheit von „jungem“ Kokoswasser  kann man dieses jetzt    auch in transportablen Flaschen, Dosen und Tetra-Packs erhalten. Es wird  in den meisten guten Reformhäusern und in einigen Lebensmittelgeschäften angeboten.

Doktor Bruce Fife ist ausgewiesener Ernährungswissenschaftler und Arzt für  Naturheilkunde.  Er gilt als ein in der Welt führender Experte bezüglich der  Gesundheitsaspekte bei Kokosnüssen und verwandten Produkten. Er ist Verfasser von zwanzig Büchern, darunter „Coconut Water for Health and Healing“, und er ist Direktor des „Coconut Research Center“: www.coconutresearchcenter.org.

Referenzen:

1. Macalalag, E.V. and Macalalag, A.L. Bukolysis: young coconut water renoclysis for urinary stone dissolution. Int Surg 1987;72:247.

2. Alleyne, T., et al. The control of hypertension by use of coconut water and mauby: two tropical food drinks. West Indian Med J 2005;54:3-8.

3. Shah, N.J., et al. Use of coco-nut water in treatment of congestive cardiac failure. Ind Jour Med Res 1956;44:341-351.

4. Rattan, S.I.S. and Clark, B.F.C. Kinetin delays the onset of ageing characteristics in human fibroblasts. Biochem Biophys Res 1994;201:665-672.

5. Adair, W.L. and Brennan, S.L. The role of N-6-isopentenyl adenine in tumor cell growth. Biochem Biophys Res Commun 1986;137:208-214.

6. Dolezal, K, et al. Preparation and biological activity of 6-benzylaminopurine derivatives in plants and human cancer cells. Bioorg Med Chem 2006;14:875-874.

Generell wird bei den Lipiden zwischen Öl und Fett unterschieden. „Öl“ ist bei Raumtemperatur flüssig, während „Fett“ eine feste Masse ist. Je nach der Art Weiterverarbeitung entsteht aus dem Rohstoff Kokosnuss ein Kokosfett, oder wie es bei KULAU der Fall ist, extra natives Kokosöl. Kokosfett hingegen wird meist aus Kopra (getrocknetes Kokosfleisch) gewonnen. Um das Fett aus der Kopra pressen zu können, wird dieses zunächst sehr stark erhitzt. Bei der anschließenden Härtung des Fetts entstehen die gesundheitsschädlichen Transfettsäuren. In diesem Stadium besitzt das Kokosfett aus Kopra eine unerwünschte, gelbliche Färbung. Das Fett wird also zusätzlich chemisch gebleicht. Bei diesem Prozess gehen ein Teil des Vitamins E, sowie andere wertvolle Inhaltsstoffe verloren.Kokosöl wird hingegen direkt aus der auf dem Fruchtfleisch der frisch geöffneten Kokosnuss gewonnen und ohne starke Hitzeeinwirkung oder Chemikalien mit großer Sorgfalt abgefüllt. Bleichen oder Härten ist hier nicht nötig, da das kaltgepresste Öl kristallklar ist (ab 25°C Grad). So kommt es nicht zum Verlust von Vitaminen oder anderen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen und das Öl bleibt frei von Transfettsäuren.Um die Qualität eines Öls oder Fetts möglichst schnell erkennen zu können, werden den Verbrauchern einige „Faustregeln“ verinnerlicht, wie zum Beispiel „Fette sollen möglichst aus vielen langkettigen Fettsäuren bestehen“ oder „Fette sollten möglichst viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren beinhalten“. Jedoch sind Faustregeln eben nur Faustregeln, der Teufel steckt hier im Detail: grundsätzlich wird die Qualität eines Fettes durch die verschiedenen Fettsäuren bestimmt, aus denen das Fett besteht. Hier ist zu beachten, dass es deutlich mehr Eigenschaften gibt als „kurz- oder langkettig“ und „gesättigt oder ungesättigt“. Kokosöl wird von der mittelkettigen, gesättigten Fettsäuren Laurinsäure dominiert (ca. 50%), welche auch in der Muttermilch zu finden ist. Dem Kokosöl werden eine Reihe positiver Eigenschaften zugeschrieben: so hat es eine antibakterielle Wirkung, die unterstützend zur Prävention von bakteriell ausgelösten Krankheiten dient. Darüberhinaus ist es leicht verdaulich. Außerdem ist Kokosöl hitzestabiler als jedes andere native Pflanzenöl und daher bestens zum Braten geeignet. Während beim starken Erhitzen anderer kaltgepresster Öle Schadstoffe entstehen können, bleibt Kokosöl auch bei hohen Temperaturen stabil und verliert keine seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften. Andere native Pflanzenöle sollten daher lieber kalt verwendet werden, beispielweise zu Salat.

Wer sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem sei das Buch „Kokosfett: Ideal für Genuss, Gesundheit uns Gewicht“ von Peter Königs empfohlen. In diesem Buch bringt der Autor das gesundheitliche „Drumherum“ klar strukturiert und mit dem nötigen Tiefgang auf den Punkt.

Eine ausführliche (englischsprachige) Quelle zum Thema Kokosnuss ist das „Coconut-researchcenter“. Hier können sie sich ausführlich über aktuelle Studien und Forschungsergebnisse informieren.

Einen schöngeschriebenen Artikel auf Deutsch finden Sie auf der Website der freien Wirtschaftsjournalistin Ulrike Gonder.

Alles an der Kokosnuss ist besonders. Angefangen mit der weltweiten Verbreitung der Palme,  über den Stellenwert in vielen Kulturen (den sie sich wirklich redlich verdient hat!), bis hin zu den unzähligen Nutzungsmöglichkeiten, die uns diese Pflanze bietet.

Das KULAU-Team hat sich auf die Fahnen geschrieben, die besten Produkte der Kokospalme auch in unsere, weniger tropische Heimat, zu bringen.

Über die Ausbreitung der Kokospalme

“Hydrochorie“, so lautet das botanische Fachwort für die Ausbreitung von Samen durch Wasser. Wir kennen alle das typische Bild von einer Kokospalme am Meer. Dieses Bild ist durchaus realistisch, da die Kokospalme sich auf den sandigen, salzhaltigen Küstenboden spezialisiert hat.  An einer Kokospalme wachsen bis zu 100 Kokosnüsse im Jahr heran. Diese sind, sofern sie nicht anders genutzt werden, die Samen für neue Palmen. Die Kokosnüsse fallen in den Strandsand hinab, keimen und weitere Palme entstehen, häufig unweit ihrer „Mutterpalme“. Doch einige Kokosnüsse werden  mit der Brandung hinaus ins Meer gespült. Auf den Wellen schwimmt die Kokosnuss über Monate mitunter tausende Seemeilen weit, bevor sie an einer Küste strandet und hier zu keimen beginnt und eine neue Palme in einer neuen Region entsteht. Ein Samen, der so lange im Salzwasser keimfähig bleibt, ist etwas Besonderes und muss auch besondere Inhaltsstoffe enthalten.

Wer mehr erfahren möchte:          

 http://webdoc.gwdg.de/edoc/w/gbb/1998/130/gbb130.pdf (ab Seite 5)

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